Folgt man den Argumenten des Innenministers für die Entlassung der niedersächsischen Polizeipräsidenten, dann war eine weitere Zusammenarbeit aus sachlich-fachlichen Gründen nicht möglich. Dies, so Boris Pistorius, habe er nach Gesprächen mit den Betroffenen festgestellt.

Eine glatte Lüge. Diese Gespräche hatte es in Wahrheit noch gar nicht gegeben. Die Termine waren zwar vereinbart, doch der Minister musste die Entlassungen vorzeitig verkünden, weil Medien von seinen Plänen erfuhren.

Es passt ins Bild, dass zeitgleich die neue Justizministerin ihre Forderung nach mehr Frauen in Führungsrollen erhob. Den Kollegen im Innenressort hatte sie offenbar nicht eingeweiht, der beendete die makellose Karriere der Osnabrücker Polizeipräsidentin just per Handstreich.

Wie gut, dass die SPD-Fraktion heute über klamme Kassen debattiert: Denn ab sofort müssen nun auch noch fähige und leistungswillige, aber aus politischen Gründen vorzeitig in den Ruhestand versetzte Polizeipräsidenten versorgt werden. Der Steuerzahler wird’s richten.