Von einer „Wahl zweiter Ordnung“ sprechen Politologen gern mit Blick auf die Europawahl. Eine Studie der Bertelsmann-Stiftung hat das jetzt bestätigt. Leider. Laut der Erhebung sagen zwar zwei Drittel der EU-Bürgerinnen und Bürger, sie wollten in vier Wochen an der Europawahl teilnehmen. Die Wählerinnen und Wähler entscheiden sich aber nicht für eine bestimmte Partei, sondern eher gegen eine politische Gruppierung.
Nutznießer sind die populistischen Parteien von Rechts, die ihre Unterstützer in stärkerem Maße mobilisieren. So droht das künftige Europaparlament zu zerfasern. Die politische Mitte schwindet, die Ränder werden gestärkt. Dabei sind die Stimmen für die Rechtspopulisten verschenktes politisches Kapital. Le Pen, Wilders, Salvini und Konsorten verbindet nämlich nicht viel mehr als ihre Ablehnung gegen Europa. Inhaltlich gibt es sonst kaum weitere Übereinstimmung. So bleibt allein eine Stimmung des Dagegen. Immer nur Nein sagen, ist aber keine Politik.
