Erfolg macht selbstbewusst. Dass Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil beim SPD-Landesparteitag auf keinen Gegenkandidaten trifft, verwundert nicht. Der 55-Jährige hat die Sozialdemokraten nach langer Durststrecke wieder in die Erfolgsspur geführt: Ein – wenn auch knapper – Wahlsieg letztes Jahr, eine erstaunlich stabile rot-grüne Koalition trotz schmaler Ein-Stimmen-Mehrheit im Landtag und eine wichtige Rolle Niedersachsens bei den schwarz-roten Koalitionsverhandlungen in Berlin. Weil agiert dabei mehr als Moderator denn als Haudrauf. Diese Rolle kommt bei den Bürgern Niedersachsens offenbar an, wie steigende Popularitätswerte verraten.

Doch wie viel davon wird der Person und wie viel der Partei gutgeschrieben? Wie schneidet die SPD bei der Europawahl am 25. Mai und den zeitgleichen wichtigen kommunalen Entscheidungen in Niedersachsen ab? Stimmungen können schnell kippen. Es sich hinter einem beliebten Ministerpräsidenten bequem zu machen, wäre fatal für die SPD.