Wenn die Königin von Dänemark Geburtstag hat, feiert ihr Volk sie wie einen Popstar. Margrethe II. – seit 43 Jahren auf dem Thron – ist die beliebteste Monarchin Europas. Tausende zelebrieren ihren Ehrentag auf der Straße – in Spanien undenkbar. Nicht mal die Inthronisierung von Felipe VI. wurde so gefeiert wie die flotte Dänin.

Königin Margrethe legt seit Jahrzehnten Wert darauf, ihrem Volk nah zu sein, seine Probleme zu verstehen, ihm Vorbild zu sein. Die Galionsfigur der Dänen zeigt dabei viel Gefühl. Ihre Lachanfälle sind berüchtigt. Aber auch Schwächen versteckt sie nicht: Sei es ihr schwieriges Verhältnis zu Kindern, vor allem zu den Enkelkindern, oder die Ehekrise mit ihrem Mann, Prinzgemahl Hendrik. Immer ließ sie ihr Volk offen daran teilhaben.

In Spanien dagegen hat sich die königliche Familie vor allem unter Juan Carlos I. zu stark vom Volk entfernt. Während die Spanier in der Wirtschaftskrise um ihre Habe kämpften, ging ihr König auf Elefantenjagd. Ein Fehltritt, den ihm sein Volk nie verzieh. Sein Sohn Felipe verbessert zwar stetig mit vielen Reformen den Ruf des Königshauses. Margrethes Erfolg ist für den reservierten Spanier aber noch in weiter Ferne.