Eins zu Fünf: Volkswagen-Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch hat am Donnerstag sein Spiel im Präsidium ähnlich krachend verloren wie der vom Konzern alimentierte Fußballclub VfL Wolfsburg seine Partie gegen Neapel.

Vorstandschef Martin Winterkorn hat seine Truppen geschlossen hinter sich versammelt und in der Höhle des Löwen gekämpft und gewonnen – vorerst zumindest.

Mit den Arbeitnehmervertretern und dem Land Niedersachsen an seiner Seite und mit Unterstützung der Porsche-Familie ist es dem angeschlagenen Vorstandschef von VW gelungen, seine Entmachtung zu verhindern. Statt einer Demontage erlebte Winterkorn ein klares Vertrauensvotum. Bestmöglicher Vorsitzender, aktiv und erfolgreich, uneingeschränkte Unterstützung – Winterkorn hat die Solidaritätsbekundung der großen Mehrheit des Aufsichtsrats Schwarz auf Weiß erhalten.

Niederlagen wie diese ist Piëch nicht gewohnt. Doch hat er sich auch in der Vergangenheit nach Rückschlägen in schwierigen Situationen nicht davon abhalten lassen, seine Vorstellungen und Ziele am Ende durchzusetzen. Mag Winterkorn auch auf den Erfolg und Gewinn des Gesamtkonzerns verweisen, so hat er es doch versäumt, die Kernmarke VW richtig für die Zukunft aufzustellen. Hier liegt der gute alte Volkswagen selbst gegenüber den hauseigenen Mitbewerbern zurück.

Hohe Kosten, wenig überraschende Innovationen, teure Misserfolge in den USA und keine Vision – Konzern-Übervater Piëch fürchtet offenbar um sein Erbe. Doch so leicht wie seine Vorgänger gibt sich Winterkorn nicht geschlagen, denkt gar nicht daran, sich im Machtkampf geschlagen zu geben. Der Kampf um die Zukunft von VW hat gerade erst begonnen und ist noch längst nicht entschieden.