In Süddeutschland wurde im Jahr 1878 Blei als Werkstoff für Trinkwasserleitungen verboten. Die Behörden hatten wohl bereits damals die Gesundheitsgefahren erkannt, die von dem Schwermetall ausgehen. Der Norden Deutschlands folgte erst 1973. Und selbst heute werden noch in rund 100 000 Wohnungen in Niedersachsen Bleirohre vermutet. Das mag man kaum glauben.

Doch jetzt macht die Politik offenbar ernst. Die 15-Jahre-Frist für den Austausch der Leitungen läuft ab. Hausbesitzer und Vermieter, die nicht rasch handeln, können sich strafbar machen. Das übliche Kostenargument kann man angesichts des Vorlaufs diesmal nicht gelten lassen.

Grundsätzlich sollte niemand bei der Infrastruktur für das wichtigste aller Lebensmittel am falschen Ende sparen. Die Tücke liegt manchmal zwar im Detail, weil nicht immer das gesamte Leitungsnetz in einem betroffenen Gebäude aus Bleirohren besteht. Die Trinkwasserqualität duldet aber keine Kompromisse.