Sie sei keine rechte Partei, sagt die Alternative für Deutschland, fühlt sich diffamiert, falsch dargestellt und schimpft auf die „Lügenpresse“. Um auch dem letzten Zweifler zu beweisen, dass sie wirklich nicht rechts ist, ließ sie beim Parteitag in Hannover ihren vordersten Rechtspopulisten, Björn Höcke, nicht auf die Bühne. Ein durchsichtiges Manöver. Der Umgang mit Höcke verdeutlicht die Strategie der AfD. Die Taktik heißt: Nach außen hin ist man weder rechts noch rechtsextrem, innen drin schon. Viel Mühe zu verheimlichen, wo sie wirklich steht, macht sich die Partei nicht.
Diese Strategie beschert ihr angesichts der Flüchtlingskrise jede Menge Anhänger. Die AfD profitiert von der Flüchtlingskrise wie keine andere Partei in Deutschland. Die Frage ist nur: Wie lange noch? Mit Bernd Lucke sind der AfD das Euro-Thema und der wirtschaftsliberale Flügel verloren gegangen. Nimmt der Druck in der Flüchtlingskrise wieder ab, bekäme das sicher auch die AfD zu spüren. Bis zur Bundestagswahl 2017 ist es noch ein langer Weg.
