Nur „Händeschütteln und Hallo sagen“ wollte Donald Trump eigenen Worten zufolge beim historischen Treffen mit Diktator Kim Jong Un auf nordkoreanischem Boden. Diese Formulierung zeigt, wie weit der US-Präsident insgeheim die Erwartungen nach den Gipfeln von Singapur und Hanoi zurückgeschraubt hat. Bei diesen Terminen fiel immer wieder das magische Wort „Denuklearisierung“, doch reale Fortschritte in diese Richtung hat es seitdem nicht gegeben. Stattdessen erfuhr Kim eine massive persönliche Aufwertung, ohne besondere Vorleistungen – abgesehen von extrem vagen Bekundungen – liefern zu müssen.

Natürlich: Es ist besser, miteinander zu reden anstatt sich zu drohen oder gar militärisch gegeneinander vorzugehen. Doch irgendwann kommt der Punkt, wo schöne Bilder eben nicht mehr sind als das, was die beiden Worte besagen. Diplomatie ohne wirkliche Annäherung – von kurios wirkenden Sympathiebezeugungen der beiden Brieffreunde einmal abgesehen – kann auf Dauer Realpolitik nicht ersetzen. Die beiden Showmänner Trump und Kim müssen endlich liefern.