Wenn ein Staat in einem bestimmten Bereich Preis-Dumping vermutet, ist es sein gutes Recht, dagegen anzugehen. Das Vorgehen der neuen US-Regierung gegen eine Reihe ausländischer Stahlproduzenten ist allerdings gleich aus mehreren Gründen fragwürdig. Sowohl der Ansatz, bewusst genau die Länder ins Visier zu nehmen, zu denen die USA ein hohes Handelsdefizit haben, als auch die Methoden, die nicht den vorgeschriebenen WTO-Regeln entsprechen, lassen das Vorgehen in einem fragwürdigen Licht erscheinen. Der Trump-Regierung geht es mit ihrer Anti-Dumping-Offensive weniger um Chancengleichheit, als darum, mit einer populistischen Maßnahme US-Unternehmen unfaire Wettbewerbsvorteile zu verschaffen.
Macht solch ein Vorgehen Schule, wäre es ein Schlag ins Kontor für den Freihandel insgesamt. Aus kurzfristigen nationalen Interessen würden langfristige Erfolge, wie günstigere Produkte oder eine stärkere Wettbewerbsfähigkeit, aufs Spiel gesetzt. Am Ende gäbe es nur Verlierer.
