Viele Leute schummeln beim Alter. Ob nun ältere Semester über Jahre hinweg 39 bleiben oder Jugendliche natürlich 18 Jahre alt sind, wenn sie Pornoseiten im Netz besuchen wollen – gerade beim Alter wird die Wahrheit gerne gedehnt. Und genauso wird es auch bei Whatsapp laufen, wenn der Messenger das Mindestalter seiner Nutzer von jetzt 13 auf 16 Jahre hinaufsetzt. Ab dem 25. Mai, wenn die neue EU-Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) in Kraft tritt, will Whatsapp fragen: „Sind Sie 16 Jahre oder älter?“ Und die Antwort wird in den meisten Fällen „Ja“ lauten. Zumindest wenn man die App weiter nutzen möchte. Keine Nachfrage, keine Kontrolle, kein konkreter Altersnachweis – den Zugriff auf die jungen und jüngsten Nutzer wird sich der Konzern aus Mountain View nicht so einfach abschneiden lassen. Warum auch? Solange die DSGVO den entsprechenden Spielraum bietet, ist sie nutzlos. Denn es wäre aus unternehmerischer Sicht geradezu töricht, diese attraktive Altersgruppe „nur“ aus Gründen des Jugendschutzes aufzugeben. Gerade die jungen Nutzer passen sich nämlich umgehend an und suchen sich Alternativen. Und das kann nun wirklich nicht im Sinne von Whatsapp und seinem Mutterkonzern Facebook sein.
Themen
Artikelempfehlungen der Redaktion
