Wer hätte das gedacht: Wirtschaftsminister Olaf Lies, heute ständig unter Strom und mit halb Niedersachsen per Du, war einmal sehr zurückhaltend und redete wenig. So jedenfalls schildert der SPD-Politiker aus Sande (Kreis Friesland) in der „Wirtschaftswoche“ den „Ursprung seiner Karriere“. Nach seiner Ausbildung zum Funkelektroniker im Marinearsenal Wilhelmshaven habe er sich in der Gewerkschaft und in der SPD engagiert. „Meine Haltung musste ich dafür nicht ändern, nur die Ansprache“, sagt Lies. Heute bezeichnet er sich als „redselig“. Ein Bild zeigt ihn als Steppke mit Helm auf einem Bonanza-Fahrrad. Im sozialen Netzwerk „Linkedin“ wurde das Porträt x-mal geliked. Auch der Bremer Wirtschaftsprofessor Rudolf Hickel gratuliert. Lies habe schon damals einen Blick für das zukunftsfähigste aller Verkehrsvehikel – nämlich das Fahrrad – gehabt.
Aus dem Privatalbum: Olaf Lies mit Helm auf dem Bonanza-Fahrrad
privat
Vor der Vereidigung: Olaf Lies als Matrose
privat
Praktische Hilfe: Olaf Lies (Mitte) betreut Brunnenbau-Projekt in Kamerun (Afrika).
privat
Der Wirtschaftsminister: Olaf Lies (rechts) zu Besuch bei Brötje Automation
privat
Der Tüftler: Olaf Lies in der heimischen Werkstatt mit einem VW Ghia.
privatTafel mit Stromkurve
Ingenieur Lies veranschaulicht politische Projekte gern mit Grafiken. So auch in der Landespressekonferenz am Mittwoch, als es um den Vorschlag der rot-grünen Landesregierung für einen Industriestrompreis von 7 Cent/kWh und einer Investitionsprämie von 25 Prozent ging. Der SPD-Minister zückte eine Tafel hervor, um zu demonstrieren, dass von der Investitionssumme noch 75 Prozent versteuert werden und reichlich Geld beim Staat lande. Da wollte Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) nicht hintanstehen und holte ebenfalls medienwirksam eine Tafel mit einer abfallenden Strompreiskurve hervor. Allein Umwelt- und Energieminister Christian Meyer (Grüne) hatte kein Anschauungsmaterial dabei.
„Keine Steuer für Zwergkaninchen“
Wiard Siebels, Parlamentarischer Geschäftsführer der SPD-Fraktion im Landtag, sah sich zu einer Klarstellung veranlasst. Bei der Vorstellung der rot-grünen Pläne zur Einführung einer landesweiten Katzenschutzverordnung hakten Journalisten hartnäckig nach, ob eventuell gar die Einführung einer Katzensteuer geplant sei. „Nein, die Steuer werden wir nicht einführen“, beteuerte Siebels, „auch keine für Zwergkaninchen.“
Der Vorsitzende der Bildungsgewerkschaft GEW in Niedersachsen, Stefan Störmer, ist normalerweise regelmäßig Redner bei den Mai-Kundgebungen. Am diesjährigem „Tag der Arbeit“ ist das allerdings anders. Der Oldenburger ist auf Norderney zu Gast und will sich auf dem Kurplatz die Rede von Mark Baumeister von der Gewerkschaft NGG anhören. „Auf der Insel soll am 1. Mai eine tolle Stimmung herrschen“, freut sich Störmer. Darum wollte er schon immer einmal am Tag der Arbeit nach Norderney.
