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NWZ-Kolumne: Hannovers neuer Slogan: Aufregend unaufgeregt

21.05.2021

Die Kurstadt Bad Homburg badet in „Champagnerluft und Tradition“, Lohne „lohnt sich“, Hamburg ist das „Tor zur Welt“, München „die Weltstadt mit Herz“: Wenn es um markante Slogans geht, lassen sich Deutschlands Städte etwas einfallen. Schließlich wollen sie ihr „Produkt“ möglichst eingängig vermarkten – am besten mit einem Stück Lebensgefühl. Doch wofür steht eigentlich Niedersachsens Landeshauptstadt?

„Für das Mittelmaß“, sagen manche Spötter. „Die Stadt ohne Slogan“, schrieb vor elf Jahren eine örtliche Zeitung, nachdem das „Zeit-Magazin“ die Werbeslogans 50 deutscher Großstädte auf einer Karte zusammengetragen hatte. Diese Zeit ist vorbei.

„Aufregend unaufgeregt“ – so lautet das Motto einer groß angelegten Werbekampagne, mit der die Hannover Marketing und Tourismus Gesellschaft (HMTG) Urlauber in die Region Hannover locken will. Ersonnen wurde die Kampagne bereits im Vorjahr mit Unterstützung einer (Achtung!) Münchner Strategieagentur. Zwar sei die Situation in der Pandemie derzeit noch „fatal“, sagt HMTG-Geschäftsführer Hans-Christian Nolte, aber man habe jetzt die Chance, die bisher unterrepräsentierte Urlaubsregion Hannover stärker in den Vordergrund zu stellen. Viele Menschen würden in Deutschland Urlaub machen. „Die klassischen Urlaubsregionen, zum Beispiel an den Küsten, werden überlaufen sein“, meint Nolte. Da biete sich der Großraum Hannover geradezu an.

Im Umkreis von 300 Kilometern um die Landeshauptstadt soll über soziale Medien und an Litfaßsäulen geworben werden. Im Blickpunkt stehen dabei Kulturlandschaften wie das Steinhuder Meer und der Deister, aber natürlich die Landeshauptstadt selbst – mit Museen, Gastronomie, Shopping-Meilen und Messe. Hannover stehe für das Gefühl, unaufgeregt über den Dingen zu stehen. „Nicht zu groß, nicht zu klein, nicht zu laut, nicht zu leise“, schreiben die Werbetexter.

Eine Umfrage unter den Hannoveranern selbst, wie sie denn den Slogan der Gelassenheit finden, gibt es leider nicht. Einigen würde es vermutlich die Zornesröte auf die Stirn treiben. Denn sie müssen wochenlang warten, um einen Termin in einem der zahlreichen Bürgerämter zu bekommen. Sei es, um einen neuen Ausweis zu beantragen oder um ihr Auto zulassen. Der Bund der Steuerzahler flucht. Die Opposition im Rathaus ist empört. Aufregend unaufgeregt sind sie alle nicht.

Stefan Idel Redakteur / Landespolitischer Korrespondent
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