Preiskrise, Tierwohl-Debatte, Düngeverordnung oder Artenschutz – kaum eine Branche steht so unter Druck wie die Landwirtschaft. In dieser Krisenkulisse wechselt der Bauernverband seinen Kapitän aus. Die Wahl zwischen Holger Hennies und Jörn Ehlers fiel knapp aus. Über die Gründe der Delegierten-Entscheidung lässt sich trefflich spekulieren. In Zeiten spontaner Treckerdemos und grünen Kreuzen auf den Feldern trauen offenbar Teile der Basis dem robust auftretenden Hennies eher zu, notfalls auch einmal auf den Tisch zu hauen.
Seine Agenda skizzierte der Nachfolger des eher ruhigen Albert Schulte to Brinke (64) bereits: Die Landwirte dürften zwischen dem Druck des Wettbewerbs und den ständig steigenden Anforderungen der Politik nicht zermalmt werden. Das heißt auch: Die Bauern wollen - und müssen - sich wehren.
