Schüler, aber auch Studenten sind besorgt. Einige befürchten, dass den jetzigen Abschluss-Jahrgängen künftig ein Corona-Makel anhaftet. Abschlüsse seien minderwertig. Ihr Studium – die Vorbereitung auf das Berufsleben – habe durch das Wirrwarr um Präsenz- und Digital-Unterricht Schaden genommen.

Es stimmt: Das Campusleben liegt fast komplett flach: Gelernt, geforscht, diskutiert wird aktuell digital. Doch statt Makel kann die neue Erfahrung auch Chance sein. Denn an den Unis ist die Art und Weise des Lernens nicht vorgegeben. Im Gegenteil: Kreative, technologische Vorschläge sind gefragter denn je, auch wenn nicht alles klappt. Hochschulen versuchen ihr Bestes, digitale Lehre umzusetzen und Studenten ein gehaltvolles Studium anzubieten. Auch wenn gerade vieles aus dem bekannten Uni-Alltag mangels persönlichem Kontakt wegfällt: So einige Absolventen werden bald andere Fertigkeiten in die Arbeitswelt mitbringen als vor der Krise; unter anderem digitales Know-how und Anpassungsfähigkeit.

Die Kritikerthese, jetzige Absolventen haben es in Zukunft schwerer, einen guten Job zu finden, sollten Arbeitgeber schnell vergessen. Vielmehr wäre es sinnvoll, die Chance zu erkennen, die neuen Fähigkeiten der Studenten zu integrieren – auch Firmen müssen sich weiterentwickeln.

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Christoph Tapke-Jost