• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
Mehr als 200 Tote nach Explosionen in Sri Lanka
+++ Eilmeldung +++
Aktualisiert vor 34 Minuten.

Liveblog Nach Anschlag Auf Hotels Und Kirchen
Mehr als 200 Tote nach Explosionen in Sri Lanka

NWZonline.de Nachrichten Politik Meinung

Renten von Konzernchefs begrenzen?

02.02.2019

Pro: Staat muss eingreifen

Da will einfach nichts zusammenpassen. Da soll ein Konzernchef fast hundertmal so viel Rente bekommen wie ein Durchschnittsverdiener nach langem Arbeitsleben. Sagenhafte 4100 Euro – am Tag!

Autor dieses Textes ist Ulrich Schneider (60). Er ist Hauptgeschäftsführer des Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverbandes. (Foto: DPA)

Noch deutlich mehr somit als das, wofür sich eine Krankenschwester im Schichtdienst einen ganzen Monat lang krummmachen muss. Daimler wird die 1,5 Millionen, die das Ganze im Jahr kostet, als Betriebsausgabe von der Steuer absetzen. Wir alle, auch die Krankenschwester, zahlen dadurch im Grunde genommen mit, indem dem Staat Steuereinnahmen verloren gehen, die die Allgemeinheit dringend benötigte, zum Beispiel für eine bessere Bezahlung von Krankenschwestern oder aber zur Bekämpfung jener Altersarmut, die so deutlich auf uns zurollt, dass sogar die Regierungspolitik dieses Problem nicht mehr verdrängen kann und an Plänen für eine Mindestrente bastelt.

Ein Viertel der Armen in Deutschland sind mittlerweile Rentner. Das sind über 3,4 Millionen alte Menschen und ihre Zahl wächst unaufhörlich. Wenn wir nicht aufpassen, fällt Deutschland schlicht auseinander.

Zwischen Reich und Arm, zwischen obszönem Luxus und bitterer und immer größerer Armut.

Dazwischen wird eine zutiefst verunsicherte Mittelschicht von berechtigten Abstiegsängsten und Sorge um das Auskommen im Alter bedrückt. Der Zusammenhalt einer Gesellschaft lässt keine unbegrenzte Ungleichheit zu.

Vor allem aber braucht eine Gesellschaft ein glaubwürdiges moralisches Gerüst, ein Mindestmaß an Gerechtigkeit und an Solidarität. Wo restlos abgehobene Konzernvorstände und ihre Aufsichtsräte dies alles vermissen lassen und maßlose Gier zum Normalzustand erklären, muss der Staat für Maß und Ausgleich sorgen. Dafür haben wir ihn.

Kontra: Eigentümer entscheiden

Es ist leicht, sich über die Gehälter der anderen zu ereifern. Ist es gerecht, wenn eine Instagram-Influencerin im Jahr acht Millionen Dollar mit selbstverliebten Fotos und platzierter Werbung verdient?

Autor dieses Textes ist Michael Theurer (56). Er ist stellvertretender Vorsitzender der FDP-Bundestagsfraktion. (Foto: DPA)

Ist es gerecht, wenn ein Fußballspieler das als Grundgehalt bekommt? Oder wenn, um das jüngste Beispiel zu nehmen, Dieter Zetsche im Ruhestand eine Million Euro verdient? Irgendwer bezahlt alle diese Dinge – freiwillig. Natürlich kann man es irgendwie dämlich finden, wofür andere Leute ihr Geld ausgeben. Aber wenn man ehrlich ist und sich zu den Grundwerten unseres Staates bekennt, lautet die Antwort auf alle drei Fragen: Ja. Denn einer der Grundwerte ist die allgemeine Handlungsfreiheit, ein anderer die Vertragsfreiheit – die anderen dürfen ihr Geld also so ausgeben, wie sie es richtig finden.

Wenn sie Produkte kaufen wollen, weil ein Model diese bewirbt, dürfen sie es tun. Wenn sie bereit sind, dafür zu bezahlen, einem Fußballer zuzujubeln, dürfen sie das. Und wenn sie sich einen Wertzuwachs für ihr Unternehmen erwarten, wenn sie einen Spitzenmanager für viel Geld einstellen, ist auch das ihr gutes Recht. Handlungsbedarf besteht hier nur bedingt: Wichtig wäre es, dass bei einem Unternehmen wirklich die Eigentümer entscheiden, nicht die alten Freunde der Vorstände im Aufsichtsrat.

Das heißt also, dass in Deutschland das Aktienrecht so reformiert werden sollte, dass die Aktionärsversammlung über die Managergehälter entscheidet – was sie entscheidet, geht den Staat aber nichts an.

Das gilt zumindest solange die Steuern ehrlich und regulär bezahlt werden. Das ist historisch jedoch bei Fußballspielern wie Lionel Messi oder Christiano Ronaldo eher ein Problem als bei Daimler-Managern.

Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.