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Vollsperrung der B211 am Nachmittag
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Aktualisiert vor 37 Minuten.

Lkw-Unfall In Der Wesermarsch
Vollsperrung der B211 am Nachmittag

NWZonline.de Nachrichten Politik Meinung

Wäre ein Neubau besser gewesen?

22.06.2019

Pro: Schwerer Fehler

Das Ausdocken der „Gorch Fock“ mag die Ministerin als Erfolg wahrnehmen, aber das täuscht: Die Instandsetzung der „Gorch Fock“ war und bleibt ein Desaster. Kostenexplosion von zehn Millionen Euro auf 135 Millionen Euro und ein Schiff, das über viele Jahre hinweg nicht nutzbar ist, sind kein Erfolg.

Autor dieses Textes ist Tobias Lindner (37) aus Karlsruhe. Er ist Bundestagsabgeordneter der Grünen und sicherheitspolitischer Sprecher der Fraktion. (Foto: DPA)

Der Skandal ist, dass das Ministerium blind an dieser „Gorch Fock“, an diesem Segelschulschiff festgehalten hat und die Instandsetzung immer weiter fortgeführt wurde, koste es was es wolle. Es wurden Aufträge vergeben, ohne dass die Marine den wirklichen Zustand des Schiffes kannte, es wurde auf Basis falscher Zahlen entschieden, die aber politisch opportun waren und es wurden Entscheidungsvorlagen ins Gegenteil umgeschrieben, damit die Instandsetzung fortgeführt werden kann.

Spricht man mit Menschen im Ministerium, bekommt man den Eindruck, dass die Ministerin immer im Bilde war. Selbst wenn sie es nicht war, ist sie es, die scheinbar kein Problem damit hat, wenn ihr Toppersonal derart schlecht arbeitet. Unter der Führung dieser Ministerin scheint niemand Verantwortung für irgendetwas übernehmen zu müssen. Konsequenzen gibt es keine.

Die Sanierung der Gorch Fock hätte vor vielen Jahren abgebrochen werden müssen. Ein offener Vergleich von Instandsetzung und Neubau hätte gezeigt, dass ein neues Schiff günstiger und schneller gekommen wäre. Die Marine würde wahrscheinlich längst auf einem neuen Segelschulschiff die Welt befahren und ihren Nachwuchs ausbilden.

Kontra: Richtiger Weg

Nach langem Hin und Her konnte die „Gorch Fock“ endlich wieder ausgedockt und zu Wasser gelassen werden. Die gute Nachricht: Die „Gorch Fock“ schwimmt. Die schlechte: Ein Land wie Deutschland muss sich eigentlich dafür schämen, dass dies bereits ein Grund zum Feiern ist. Schließlich konnte nach lähmend langen und von zahlreichen Skandalen begleiteten Baumaßnahmen lediglich der Rumpf des traditionsreichen Segelschulschiffs zu Wasser gelassen werden. Man beachte: ohne Segelmasten und ohne im Ansatz fertiggestellt zu sein, Kostenexplosion und unfassbare Verzögerungen inklusive.

Autorin dieses Textes ist Marie-Agnes Strack-Zimmermann (61). Sie ist verteidigungspolitische Sprecherin der FDP-Fraktion im Deutschen Bundestag. (Foto: DPA)

Dennoch ist für die FDP-Fraktion klar: Wir brauchen ein Segelschulschiff, um unsere Marinesoldaten bestmöglich ausbilden zu können. Es ist auch heute noch sinnvoll, ein Schiff segeln zu lernen, sowohl alleine als auch in einer Mannschaft und nicht nur Maschinen bedienen zu können. Die „Gorch Fock“ sollte deswegen nun auch zu Ende saniert werden. Dabei gilt es natürlich den Kostendeckel von 135 Millionen Euro einzuhalten. Forderungen nach einem Stopp der Sanierung und einem Komplettneubau sind zum jetzigen Zeitpunkt unsinnig.

Denn am Ende wird die „Gorch Fock“ zu etwa 90 Prozent ein neues Schiff sein. Wichtiger ist nun, transparent aufzuarbeiten, wie es zu den massiven Verzögerungen und Kostensteigerung überhaupt kommen konnte. Das ist Ministerin von der Leyen den Steuerzahlern schuldig, schließlich finanzieren sie dieses Projekt.

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