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NWZonline.de Nachrichten Politik Meinung

Gute Sache oder wohlfeile Selbsttäuschung?

16.03.2019

Jede Menge Fehlwahrnehmungen

Die Freitagsdemonstranten sind heute Lieblinge der Medien und der grün-roten Mittelschicht in Deutschland. Dabei zeichnet sich die Chose durch drei – wie auch immer man es nennen will – Fehlwahrnehmungen, falsche Narrative oder auch schlichte Selbsttäuschungen aus.

Autor dieses Textes ist NWZ-Nachrichtenchef Alexander Will. (Foto: Bichmann)

Erstens: Angeblich erleben wir da massenhaftes Erwachen politischen Bewusstseins. Wer aber jemals eine Schule besucht hat, weiß: Das erwacht blitzschnell, wenn dafür schulfrei winkt. Politisches Bewusstsein könnte man auch prima an einem „Saturday for Future“ beweisen. Und wie weit reicht dieses „Bewusstsein“ eigentlich? Wie steht’s mit Konsequenzen für das eigene Leben? Mit Verzicht auf Urlaubsreisen, Konsum oder das Elterntaxi zur Schule? Wer da demonstriert, dürfte dies alles doch eher gern genießen. Das Wort von der „Langstreckenluisa“ kommt nicht von ungefähr.

Zweitens: Angeblich handle es sich hier um fast schon übermenschliche Zivilcourage. Das ist Unfug. Die Kanzlerin- und Ministerpräsidenten-getüvten Demos sind so rebellisch wie eine 1. Mai-Kundgebung in der DDR. Sie sind konformistisch, spiegeln sie doch durch Allerweltsparolen („Klimaschutz weil Baum“) die verbreitete Stimmung, dass „etwas“ passieren muss. Die Nobelpreis-Nominierung von Greta Thunberg ist in diesem Zusammenhang ein Stück aus dem Tollhaus.

Drittens: Angeblich handelt es sich um eine weltweite, relevante Bewegung. Davon keine Spur. In China, Indien oder Afrika haben die Leute nämlich echte, existenzielle Sorgen. Das ist der Unterschied zum angstgetriebenen, in Wirklichkeit aber satten Europa.

Nein - Hysterie wird beim Klima nichts zum „Besseren“ wenden. Das können letztlich nur Wissen und daraus entstehende Technologie. Wissen erwirbt man jedoch definitiv nicht beim „Friday for Future“.  

Auf die Nerven

Wenn ich mir die Argumente gegen die „Fridays for Future“ anhöre, fühle ich den starken Drang, meinen Kopf gegen die Schreibtischplatte zu schlagen. „Kinder und Jugendliche verstehen die Zusammenhänge nicht.“ Oder, noch besser, „Wenn nach der Schule gestreikt würde, wären die meisten gar nicht mehr dabei.“

Autor dieses Textes ist NWZ-Redakteur Christian Quapp. (Foto: NWZ)

Die Zusammenhänge sind gar nicht so schwer zu verstehen. Die Menschheit steuert sehenden Auges auf die Katastrophe zu – und ihre einzige Reaktion bis jetzt ist es, das Gaspedal noch ein Stückchen weiter durchzudrücken. Und das werden nicht erst unsere Ur-Enkel ausbaden müssen, sondern vermutlich schon die Generation, die jetzt zur Schule geht.

Das verstehen Kinder und Jugendliche sehr gut. Also tun sie das, was schon immer ihre einzige Möglichkeit war, sich Gehör zu verschaffen: Sie fangen an, ihre Eltern zu ärgern, ihnen so richtig auf die Nerven zu gehen. Das würde kaum funktionieren, wenn die Jugend brav am Freitagnachmittag nach der Schule demonstrieren geht, damit auch Christian Lindner und Philipp Amthor zufrieden sind.

Stimmt, bei einer Demo nach der Schule wären die meisten nicht mehr dabei – weil es außer einem nachsichtigen Schulterklopfen rein gar nichts bringen würde. Die Aufmerksamkeit, die das Klima in den vergangenen Wochen durch die „Fridays for Future“ bekommen hat, rechtfertigt einige Stunden Unterrichtsausfall allemal. Die Profis dürfen unterdessen gern anfangen, wirklich etwas zur Klimarettung beizutragen.

Dr. Alexander Will Leiter Newsdesk / Politikredaktion
Rufen Sie mich an:
0441 9988 2092
Christian Quapp Redakteur / Redaktion Bad Zwischenahn
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