Oldenburg - Auch der jüngste Umsturzversuch im venezolanischen Machtkampf zeigt, wer wirklich die Macht hält in dem südamerikanischen Krisenland: Nicht Präsident Nicolás Maduro, der schon ein Flugzeug für seine Flucht bereitstehen hatte. Nicht Interimspräsident Juan Guaidó, der seit Monaten nicht näher an den Präsidentenpalast Miraflores herankommt. Sondern das Militär.

Ohne das Militär wäre der autoritär regierende Maduro längst von dem unter seiner Misswirtschaft leidenden, hungernden Volk aus dem Amt gefegt worden. Doch er hat die Generäle an die wichtigsten Schaltstellen der Macht gesetzt, er lässt sie den Ölexport und den Lebensmittelimport kontrollieren und übersieht gern, wenn sie in ihre eigene Tasche wirtschaften. Diese Generäle leben nicht in Armut, sie hungern nicht, sie sterben nicht an eigentlich harmlosen Krankheiten. Warum sollten sie das freiwillig aufgeben?

Es braucht ein Angebot, das Maduro und die Militärführung nicht ausschlagen können. Eines, das ihnen persönlich eine gute Zukunft verspricht. Nur so kann der Machtwechseln in Venezuela ohne Blutvergießen gelingen.

Stefanie Dosch
Stefanie Dosch Politikredaktion/Newsdeskmanagerin