Oldenburg - Schon wieder steht der Name Alan (oder auch Aylan) Kurdi für eine Flüchtlingstragödie. Im September 2015 ertrank der zwei Jahre alte syrische Junge beim Fluchtversuch übers Mittelmeer. Bilder seiner an einem türkischen Strand angespülten Leiche sorgten weltweit für Erschütterung. Diesmal kamen die 64 Migranten, die das nach ihm benannte Rettungsschiff der deutschen Organisation Sea-Eye vor der libyschen Küste gerettet hatte, zwar lebendig auf europäischem Boden an – aber nach was für einer Odyssee!
Dreieinhalb Jahre nach dem Tod Alan Kurdis ist die Situation im Mittelmeer immer noch lebensgefährlich. Im vergangenen Jahr ertranken mindestens 2275 Menschen auf der Flucht von Afrika nach Europa. Und was macht Europa? Es streitet weiter. Noch immer ist die Flüchtlingsverteilung innerhalb der EU nicht annähernd gerecht organisiert. Die staatliche Seenotrettung wurde zuletzt sogar zurückgefahren. Und die Bekämpfung der Fluchtursachen steckt allenfalls in den Kinderschuhen. Es ist ein Trauerspiel, das sich die EU und ihre Mitglieder da leisten. Aber das fällt offenbar erst beim Bild vom nächsten Alan Kurdi wieder auf.
