Oldenburg - Bei aller Kritik am Zustand des Bildungssystems: Der Lehrerberuf ist enorm wichtig und kann trotz mancher Widrigkeiten im Schulalltag sehr beglückend sein. Leider gibt es in Deutschland viele Unterschiede bei der Ausbildung des Lehrernachwuchses. Das fängt mit den Studienvoraussetzungen an und hört mit der ungleichen Besoldung längst nicht auf. Das hat mit der oft beklagten föderalen Bildungslandschaft zu tun. Und leider gibt und gab es keine kontinuierliche Einstellungspraxis. Das wiederum führt dazu, dass in längeren Abständen mal zu viele und mal zu wenige Lehrer zur Verfügung stehen. Die Folge, wie jetzt erfahrbar: Quereinsteiger ohne pädagogische Erfahrung werden eingestellt, um Lücken in der Unterrichtsversorgung in manchen Fächern zu schließen. Bei einer kontinuierlichen Lehrerausbildung und Einstellungspraxis bräuchte es gar nicht dazu kommen. Freilich gehört auch die Attraktivität des Berufes dazu. Wegen der mittlerweile gleich langen Studiendauer und den – trotz unterschiedlicher Schulformen – an allen Schulen enormen sozialpädagogischen Anforderungen gehört die Bezahlung vereinheitlicht. Sonst gehen den Oberschulen die Fachlehrer für Naturwissenschaften und Sprachen aus. Warum sollte jemand, der sechs oder mehr Jahre Physik studiert hat, bei schlechterer Bezahlung an einer Oberschule unterrichten, wenn fast jedes Gymnasium ihn mit Kusshand nehmen würde?