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NWZonline.de Nachrichten Politik Meinung

Das ganze Bild bedenken

15.02.2019

Oldenburg In Deutschland wird heftig über alles diskutiert, nur nicht über die Folgen für die deutsche Industrie und Wirtschaft, von der der Wohlstand und die Sozialleistungen in unserem Land abhängen. Statt in allen umweltbelastenden Bereichen mit realistischen Reduzierungen über einen festzulegenden Zeitraum von zum Beispiel zehn Jahren die politisch selbst auferlegten Klimaziele zu erreichen, wird rein ideologisch und populistisch gezielt nach der Holzhammermethode gehandelt. Das richtet enorme wirtschaftliche Schäden an, siehe die bis heute gescheiterte Energiewende. Es provoziert heftige Gegenreaktionen bei den Betroffenen, spaltet die Gesellschaft, und führt zu radikalem Wählen.

Autor dieses Textes ist Jürgen R. Viertelhaus (76). Er ist Außenhandelskaufmann und hat 1977 die international tätige Vierol AG gegründet. (Foto: privat)

Der deutschen Automobilindustrie stehen alle technischen Möglichkeiten zur Abgasreduzierung zur Verfügung, die nur eingesetzt werden müssen. Das kann gesetzlich geregelt werden, es muss nur durchgeführt werden. Die Kosten dafür sind erheblich niedriger als der wirtschaftliche Schaden, der jetzt entstehen wird. Sollten 15 Millionen Besitzer von Dieselfahrzeugen in Deutschland mit ihren im Fahrzeug vorgeschriebenen Gelbwesten auch einmal auf der Straße protestieren, kann ich mir die politischen Reaktionen gut vorstellen. Denn der größte Teil der Betroffenen fährt eben keine sogenannten Luxuskarossen sondern mittlere und kleinere Autos. Dies sind Menschen, die wegen täglicher Fahrten zur Arbeit auf sparsamere Autos angewiesen sind.

Wenn die SPD bei ihrer politischen Haltung zu Fahrverboten bleibt, enteignet sie einen großen Teil ihrer Stammwähler und entwickelt sich spätestens nach den nächsten Landtags- und Europawahlen zur Splitterpartei. Noch extremer wird es werden, wenn die ersten zigtausend Arbeiter in der Automobil- und Zulieferindustrie entlassen werden müssen. Die Reaktion der Gewerkschaften wird entsprechend aggressiv ausfallen.

Die Automobilhersteller sprechen von etwa 60 000 Arbeitsplätzen, die netto durch den Wechsel zur E-Mobilität verloren gehen. Übersehen haben sie, dass die meist mittelständische Zulieferindustrie, die Einzelteile für Motoren, Getriebe und Antriebe produziert und wiederum deren Lieferanten für Rohmaterial, Maschinen und Werkzeuge mindestens das Vierfache an Arbeitsplätzen stellt. Diese Arbeitsplätze stehen dadurch auch zur Disposition. Darüber hinaus: Zigtausende Arbeitsplätze gehen bei den Autoreparaturwerkstätten und im Autoteilehandel verloren.

Was geschieht mit der Mineralölindustrie, der Motoren- und Getriebeölaufträge ersatzlos verloren gehen? Was machen dann Tausende von Tankstellen, die keine Kraftstoffe mehr verkaufen? Von der Bedeutung der Automobilindustrie auf dem Weltmarkt ganz zu schweigen.

Für die Elektromobilität ist nun ein erheblich höherer Energiebedarf notwendig, der aus erneuerbarer Energie kommen soll. Das wird die Anzahl der Windkraftanlagen vervielfachen und damit die weitere „Verspargelung“ unserer wunderschönen Landschaft beschleunigen. Den Umweltideologen sei empfohlen, diese tausende Türme mit Efeu zu bepflanzen.

Für schicke Karossen, angetrieben von einer alles andere als umweltschonenden Batterie, benötigt die Welt nicht Audi, BMW, Mercedes-Benz, Porsche und VW. Nur als zusätzlicher Hinweis: Das können auch Google und andere mit Hilfe guter Designer und die chinesischen Automobilhersteller, deren E-Mobile mit Strom aus Kohle- und Atomkraftwerken geladen werden.

Wie verblendet und naiv müssen die dafür Verantwortlichen sein, bei diesem komplexen Thema die sich daraus ergebenden gravierenden wirtschaftlichen Folgen nicht zu berücksichtigen. Hoffen und wünschen wir uns eine vernünftigere und realistischere Umweltpolitik in Deutschland und bei der EU. Die Schmerzgrenze der Bürger durch Einschränkungen und Belastungen wird bald erreicht sein.

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