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NWZonline.de Nachrichten Politik Meinung

Nwz-Kolumne Zum Kohleausstieg: Der schnelle Weg in die Abhängigkeit

29.01.2019

Oldenburg Für das gute Gewissen der Deutschen mag der Kohleausstieg ja eine prima Sache sein. Innen- und vor allem geopolitisch wird er ihnen schwer zu schaffen machen. Das bezieht sich vor allem auf drei Punkte.

Vor dem Atomausstieg versprachen die Grünen, der würde einen „durchschnittlichen Haushalt so viel kosten, wie eine Kugel Eis“. Das war eine Lüge. Heute hat Deutschland einen der höchsten Strompreise der Welt. Der Kohleausstieg wird das zementieren und verschärfen. Höhere Nachfrage durch Elektromobilität und ein verknapptes Angebot treiben nun einmal Preise. Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woitke (SPD) rechnet mit bis zu 50 Cent. Es könnte aber auch ein Euro sein. Hier wird die Inflation angeheizt, und die Subventionierung durch den „Staat“ ist Augenwischerei. Der Staat hat selbst nämlich kein Geld. Das muss er sich vom Steuerzahler holen, der gleichzeitig auch Stromkunde ist. Der Strompreis wird zu massivem politischen Unfrieden führen, so wie jetzt die Einwanderung und im 18. Jahrhundert ein Anstieg des Brotpreises.

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Zum Zweiten: Glaubt man der Prämisse, dass CO2 den Klimawandel treibt, wird der deutsche Alleingang nicht viel bringen: Das Land verursacht etwas mehr als zwei Prozent der Emissionen weltweit. Mit der viel gerühmten Vorbildfunktion ist es auch nicht weit her. Wenn dieses Vorbild nämlich in ökonomischer Selbstentleibung besteht, – was absehbar ist – wird es keine Nachahmer finden. Politisch besitzt Deutschland, man kann angesichts der historischen Erfahrung auch „zum Glück“ ergänzen, keine Machtmittel, um sein „Vorbild“ durchzusetzen. Andere Industrie- und Schwellenstaaten werden vielmehr froh sein, wenn sich da ein Konkurrent selbst das Bein stellt. Noch immer kommt zuerst das Fressen und dann erst die Moral.

Das gilt zum Dritten um so mehr, weil sich Deutschland in massive Abhängigkeiten begeben wird. Im Ausland knallen darob die Korken. Gaskraftwerke sollen Lastspitzen ausgleichen. Woher kommt das Gas? Aus Russland, zum Beispiel per Nordstream-Leitung. Moskau ist bekannt dafür, Energie als strategische Waffe einzusetzen. Siehe Ukraine. Berlin begibt sich sehenden Auges in die Fänge des Kremls. Um Blackouts zu vermeiden wird man zudem importieren müssen – Kohle- und Atomstrom aus Polen, Tschechien und Frankreich. Der (Noch-)Industrieriese Deutschland macht sich erpressbar von allen Seiten. Er gibt im Extremfall für moralisches Wohlbefinden die Grundlage seines materiellen Wohlstandes auf – die sichere Energieversorgung. Werden diese drei Erscheinungen erst wirkmächtig, dürften daher die „Wende-Pläne“ schnell und umfassend revidiert werden. So viel Vernunft wird noch immer im Land vorhanden sein.

Dr. Alexander Will Leiter Newsdesk / Mitglied der Chefredaktion (Überregionales)
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