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NWZonline.de Nachrichten Politik Meinung

Anarchisch

17.12.2018

Oldenburg Die französischen Gelbwesten-Proteste sind für rechte und linke Radikale ein Traum, der in Erfüllung gegangen ist – mit einem Haken: Sie entziehen sich nämlich zum einen jeglicher Steuerung durch Parteien, Gewerkschaften und andere Institutionen. Zum anderen lassen sie sich partout nicht in das gängige Rechts-Links-Schema einordnen.

Letzteres musste zunächst Marine Le Pen, die Chefin der „Nationalen Sammlungsbewegung“ erkennen. Ihre Sympathiewerbungen stießen auf taube Ohren. Die Gelbwesten sind eben keine Organisation, sondern ein chaotischer Haufen, der massiv an eine im Grunde unideologische Querfront erinnert, die sich auf einige spezifische Ziele geeinigt hat.

Der Vorsitzende der Linkspartei, Bernd Riexinger, spiegelte am Sonntag dieses Dilemma. Er wünscht sich eine Gelbwesten-Bewegung auch in Deutschland – aber bitte sehr unter Führung seiner Partei. Dass man sich so etwas zwar wünschen kann, es aber nicht funktionieren wird, zeigt die Totgeburt „Aufstehen“ seiner Genossin Sahra Wagenknecht. In dieser „Sammlungsbewegung“ sammelt und bewegt sich nix, denn Funktionärs-Charme taugt nicht zur Mobilisierung.

Dr. Alexander Will Leiter Newsdesk / Politikredaktion
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