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NWZonline.de Nachrichten Politik Meinung

Jetzt ist Schluss mit lustig

11.08.2018

Oldenburg Er wird gern als knallharter Spaßmacher bezeichnet. Ryanair-Chef Michael O’Leary ist nicht nur bekannt für seine exzentrischen Auftritte, sondern auch für seine Mit-dem-Kopf-durch-die-Wand-Mentalität. Ein Beispiel dafür: Als die Straßen in der irischen Hauptstadt Dublin Anfang der 2000er Jahre immer stärker durch Staus verstopft waren, kaufte er sich kurzerhand eine Taxi-Lizenz, um auf der Busspur fahren zu dürfen. Ähnlich handhabt es der Ire mit seiner Fluggesellschaft Ryanair, die er zum größten Billigflieger in Europa gemacht hat – allerdings vor allem zulasten der Beschäftigten.

Lange haben sie die Füße stillgehalten und sich dem autokratischen Führungsstil – wenn auch mit Widerwillen – gefügt. Doch nun ist Schluss mit lustig – und das ist richtig so. Die Führungsetage von Ryanair muss lernen, dass Streiks ein normales Betriebsrisiko sind und ein gesundes Unternehmen das aushalten muss. Es gehört in einer Demokratie einfach dazu, dass Arbeitnehmer für ihre Interessen kämpfen dürfen. Dass Führungskräfte des irischen Billigfliegers nach wie vor davon sprechen, Gewerkschaften seien Kapitalvernichter, sie würden den Standorten schaden und Arbeitsplätze gefährden, zeigt, wie fest diese rückständige Denke in den Köpfen verankert ist.

Dass ein Umdenken nicht von heute auf morgen stattfindet, ist klar, doch haben die Piloten und Flugbegleiter mit ihrem Streik eines deutlich gemacht: Sie lassen sich diese Art der Unternehmensführung nicht mehr länger bieten. Dass ihre Forderungen berechtigt sind, zeigt ein Blick auf einige Arbeitskonditionen: Verträge auf Basis irischen Rechts, unbezahlte Freistellungen je nach Auslastung, Urlaub nur nach Unternehmensvorgaben oder zu niedrige Grundgehälter sind nur einige negative Beispiele.

Natürlich sind Streiks für die Passagiere mit Unannehmlichkeiten verbunden. Allerdings sollte sich jeder fragen, ob dieses System unterstützt werden sollte – auch, wenn es noch so schön klingt, für 13 Euro von A nach B zu fliegen. Dass diese Kampfpreise kaum fair zustande kommen, dürfte eigentlich klar sein. Das hat ebenso ein Geschmäckle, wie der Kauf von Billigfleisch bei gleichzeitigem Aufschrei nach artgerechter Tierhaltung.

Sabrina Wendt
Redakteurin
Wirtschaftsredaktion
Tel:
0441 9988 2042

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