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NWZonline.de Nachrichten Politik Meinung

Konsequenter Abschied aus der Türkei

08.08.2018

Oldenburg Der Oldenburger Energiekonzern EWE will sich vom umstrittenen Geschäft in der Türkei trennen – wenn der Preis stimmt. Das ist ein richtiger und überfälliger Schritt.

Der Grund ist nicht, dass die EWE vor Ort einen schlechten Job gemacht hätte. Im Gegenteil: Nach Startschwierigkeiten hat das Unternehmen erfolgreich eine Gasinfrastruktur für rund eine Million Menschen in der Türkei aufgebaut. Die EWE genoss vor Ort einen sehr guten Ruf. Das operative Geschäft blieb bis zuletzt weitgehend solide, die Zahlen zumeist schwarz. Und dennoch erwies sich das Engagement am Bosporus für die EWE zuletzt mehr und mehr als Belastung, als Klotz am Bein – wirtschaftlich wie politisch.

Wirtschaftlich machte der EWE vor allem der Verfall der türkischen Lira zu schaffen. Das Türkei-Geschäft litt unter der Währungsentwicklung. Wertberichtigungen in Millionenhöhe waren die Folge.

Nach außen noch stärker wirkte aber die politische Dimension. Ein Unternehmen, das im Wesentlichen von deutschen Kommunen getragen wird und das in seinem Verhaltenskodex Werte wie Fairness, Loyalität und Integrität betont, kann sich schwerlich in einem Land engagieren, dass von einem despotischen Regime regiert wird und wo viele Rechte mit Füßen getreten werden. Dass sowohl bei den kommunalen Anteilseignern als auch bei vielen Bürgern und Kunden im Nordwesten das Murren über das Türkei-Engagement zunahm, ist daher nur zu verständlich.

Die EWE will sich wieder stärker auf ihre Wurzeln besinnen – und die liegen im Heimatmarkt. Chancen und Herausforderungen gibt es auch dort genug.

Jörg Schürmeyer
Redakteur
Wirtschaftsredaktion
Tel:
0441 9988 2041

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