Oldenburg - Die Idee klingt verlockend: Mit einer staatlichen Auto-Kaufprämie könnte man die hierzulande so wichtige Autobranche wieder ankurbeln und gleichzeitig den Umstieg auf umweltfreundlichere Antriebe vorantreiben. Dennoch wäre solch eine Maßnahme gleich aus mehreren Gründen fragwürdig.
Zum einen gibt es solch staatlichen Zuschüsse mit ökologischer Lenkungswirkung schon: Stichwort Umweltbonus für Elektroautos. Dass die deutschen Autobauer davon bislang kaum profitiert haben, liegt weniger an der Attraktivität der Kaufprämie als vielmehr an dem Mangel an Elektroautos in der Fahrzeugflotte der hiesigen Hersteller.
Zum anderen ist – abgesehen von der grundsätzlichen Fragwürdigkeit, einzelne Branchen mit Steuergeldern zu subventionieren – die Frage zu stellen, warum nach der Abwrackprämie 2009 die Autobranche erneut eine Sonderrolle einnehmen soll. Andere Branchen – vom Modehandel bis zur Touristik – leiden mindestens ebenso unter Corona. Diese Branchen können auch nicht auf spezielle Kaufprämien oder Urlaub-in-Deutschland-Zuschüsse hoffen.
Es spricht nichts dagegen, Maßnahmen zu ergreifen, um nach der Corona-Krise die Konjunktur wieder anzukurbeln. Eine staatliche Kaufprämie für Autos wäre allerdings der falsche Weg.
