Oldenburg - Das dürfte es sonst nirgendwo geben: eine Smartphone–App, die vor Raketenbeschuss warnt. In Israel stand „Red Alert“ („Roter Alarm“) in der Nacht zum Mittwoch nicht still. Es knallte im Süden des Landes, und einmal mehr wurde deutlich, dass die Machthaber im Gazastreifen kein Interesse an irgendeiner Koexistenz haben.

Der wahllose Beschuss israelischer Zivilisten hat selbst bei größter Sympathie für die Araber absolut nichts mit „Widerstand“ zu tun. Es handelt sich schlicht um Terror. Letztlich fällt der aber auf die Bevölkerung von Gaza selbst zurück. Seit 2005 gibt es dort keine Israelis mehr. Statt etwas daraus zu machen, wählten die Gaza-Bewohner 2006 die islamistische Hamas zur stärksten Fraktion – und die in kürzester Zeit aus Gaza einen Hort des Terrors.

Wenn also EU-Politiker „beide Seiten zur Zurückhaltung“ aufrufen, ist das eine groteske Verdrehung von Ursache und Wirkung, die in Wirklichkeit seit 2006 so funktioniert: Islamische Terroristen beschießen israelische Zivilisten. Israel zerstört als Reaktion Terrorinfrastruktur. Dabei leidet wiederum die arabische Bevölkerung.

Stellt sich die Frage: Warum lässt sich diese zur Geisel von Terroristen machen? „Freiheit für Gaza“ bedeutet heute „Freiheit für Gaza von der Hamas“. Das aber ist Sache der Palästinenser ganz allein.

Dr. Alexander Will
Dr. Alexander Will Mitglied der Chefredaktion (Überregionales), Leiter Newsdesk