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12.09.2018

Oldenburg Europäer und Amerikaner tun dieser Tage gut daran, in den Fernen Osten zu schauen. Dort lassen sich zarte Ansätze unfreiwilliger neuer Allianzen beobachten.

Zum einen veranstaltet Russland dort ein Manöver, das es in dieser Größe lange nicht mehr gegeben hat. Mit dabei: die Chinesen. Zum anderen saßen Russlands Präsident Wladimir Putin und sein chinesischer Kollege Xi Jinping in Wladiwostok bei Wirtschaftsgesprächen zusammen.

Beide Länder haben es nicht leicht mit den USA – und auch nicht mit Europa. Da drohen Handelskriege, und Russland ist von Sanktionen getroffen. Solche Probleme verbinden, auch wenn es nicht wenige Interessenkonflikte zwischen Moskau und Peking gibt. Zunächst aber überwiegen wohl die (zweitweisen) Gemeinsamkeiten.

Militärisch geht es darum, den Amerikanern den Zugang zum Fernen Osten möglichst gründlich zu verwehren. Wirtschaftlich suchen die Russen, ihre Isolation zu durchbrechen. Chinas Hunger nach Rohstoffen ist nie gesättigt. Gesellschaftlich und politisch ist man sich in illiberalen, autoritären Grundsätzen im Wesentlichen einig.

Gefahr für den Westen aber droht, wenn aus zeitweiligen Gemeinsamkeiten ein echtes Bündnis würde.

Dr. Alexander Will
Leiter Newsdesk
Politikredaktion
Tel:
0441 9988 2092

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