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NWZonline.de Nachrichten Politik Meinung

Zwei Symptome, eine Krankheit

04.12.2018

Oldenburg Was für ein Aufruhr in Frankreich! Doch in der Gelbwesten-Revolte kollidieren nicht etwa grundsätzlich unterschiedliche Vorstellungen über den politischen Kurs. Es schlagen da vielmehr zwei Flügel des gleichen staatsgläubigen Grundkonsenses aufeinander ein und illustrieren damit, wie paradox es in der französischen Politik zugeht.

Präsident Emmanuel Macron will angeblich die verkrusteten Strukturen seines Landes aufbrechen, Frankreich agiler und flexibler machen. Dabei greift er jedoch tief in die Mottenkisten des Etatismus. Er erhöht Steuern. Das war noch immer das beste Mittel, private Initiative besonders effektiv zu unterbinden. Die Gelbwesten auf der anderen Seite – eine kuriose Querfront von Anarchisten bis Front National – sind gegen Steuererhöhung. Sie erwarten aber ansonsten ein Füllhorn staatlicher Wohltaten, es geht vor allem um Erhaltung und Ausbau üppiger Sozial- und Rentenleistungen.

Darüber hinaus dreht sich das ganze auch um tief verwurzelte Stil- und Klassenfragen. Macron nämlich hat sich letzthin in seinem Verhältnis zum Normalbürger als eine typische Gestalt des gallischen Politpanoptikums entpuppt: als abgehobener Bourgeois. Kaum etwas können gewisse Segmente des französischen Volkes, in denen der historische Geist des Aufruhrs noch brennt, weniger ertragen. Und so wartet das arme, sklerotische Frankreich noch immer auf den volksnahen Anti-Etatisten, der es schafft, ihm Beine zu machen.

Dr. Alexander Will
Leiter Newsdesk
Politikredaktion
Tel:
0441 9988 2092

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