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NWZonline.de Nachrichten Politik Meinung

Gute Entscheidung

27.03.2019

Oldenburg Ich muss das gleich zu Beginn klarstellen – auch wenn es Ihnen sicher bewusst ist, dass Sie an dieser Stelle einen durch und durch subjektiven Meinungsbeitrag lesen. Als Journalist gehöre ich quasi zur betroffenen Berufsgruppe, die sich mit der Urheberrechtsreform auseinandersetzen muss. Ich bin froh, dass das Europaparlament für die heftig umstrittene Copyright-Reform gestimmt hat. Wer mit geistigem Eigentum Geld verdient, ohne den Urheber zu bezahlen, begeht Unrecht. So einfach ist das. Die jetzt von der EU beschlossene Urheberrechtsreform ist ein Gesetz gegen mächtige US-Konzerne, allen voran Facebook und Google.

Zur Wahrheit zählt aber auch: Ja, auch wir als Medienhaus sind auf diesen Kanälen und Plattformen aktiv. Auch wir laden aktuell auf YouTube Videos hoch und verdienen damit Geld. Aber allein mit den Einnahmen aus unseren YouTube-Videos kann ich nicht einmal ansatzweise den Kollegen bezahlen, der diese Videos bearbeitet. Mir ist mein Dilemma übrigens durchaus bewusst. Es klingt wie eine Binsenweisheit, ich betone es aber trotzdem noch einmal: Wer die geistige Arbeit eines Anderen nutzt, muss dafür bezahlen. Zumindest muss er die Erlaubnis des Anderen einholen.

Wir versuchen gerade eine digitale Welt anzuhalten, die wir selbst in Rotation versetzt haben. Allerdings glaube ich nicht an das Upload-Filter-Gespenst. Für jedes Problem präsentieren die Tech-Giganten binnen kürzester Zeit eine Lösung. Nur beim Hochladen fremden Eigentums wird das Silicon Valley zu einer amerikanischen Geisterstadt? Komisch. Übrigens: Von Löschung, Zensur oder der Beschränkung der Meinungsfreiheit steht nichts in der Urheberrechtslinie.

Erneut treffen in Europa Generationen aufeinander. Noch nie habe ich so intensiv mit Teenagern über europäische Politik diskutiert wie aktuell über die Urheberrechtsreform. Ein abschließender Tipp für die weitere Diskussion. Ich höre meinen Töchtern zu, die natürlich nicht meine Meinung teilen. Ich schicke sie nicht beleidigt aufs Zimmer.

Was ich damit sagen will: Auch nach dem Ja zur Reform, werde ich den Gegnern zuhören. Vor allem der jüngeren Generation vorzuwerfen, bezüglich des Klimaschutzes, des Brexits oder eben der Urheberrechtsreform nur Egoismen zu bedienen, ist Quatsch. Die junge Generation sorgt sich um Europa, kämpft für mich am glühendsten für die europäische Union. Dieses Engagement würde ich mir genauso intensiv von der älteren Generation wünschen.

Lars Reckermann Chefredakteur / Chefredaktion
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