Oldenburg - Noch ist gar nicht klar, ob es zu einem Einsatz von deutschen Marinesoldaten in der Straße von Hormus kommt. Die Signale aus den Regierungsparteien klingen nicht danach, zumal die verärgert sind über die Art und Weise, wie US-Präsident Trump die Auseinandersetzung mit dem Iran eskalieren lässt und den unter Obama (und Mitwirkung Deutschlands und Frankreichs) geschlossenen Atom-Vertrag mit Teheran aushebelt. Unter US-Führung wird eine deutsche Beteiligung nicht zustandekommen. Anders wohl, wenn Großbritannien um eine europäische Mission bittet.

Dabei wären wohl (kleine) Kapazitäten der Marine verfügbar, zumal die „Sophia“-Mission gegen Schleuser-Kriminalität im Mittelmeer beendet wurde. Die Frage ist indes, ob die SPD die Krisenintervention weiter im Oppositionsmodus behandeln will, so wie sie es in der Syrien-Irak-Krise handhabt: In der Regierung gehorcht man dem vereinbarten Koalitionsvertrag, an der Basis gelten Militärmissionen als friedensfeindlich und werden abgelehnt. Selbst bei den Grünen sind Stimmen zu hören, wonach eine europäische Mission zur Deeskalation am Golf beitragen könnte.