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NWZonline.de Nachrichten Politik Meinung

Neu sortieren

23.01.2019

Oldenburg Jeder Zeuge vor Gericht hat das Recht, sich von einem Anwalt begleiten zu lassen. Jeder Zeuge, gegen den selbst ermittelt wird, darf die Aussage verweigern, um sich nicht selbst zu belasten. Und selbstverständlich hat jeder Beschuldigte als unschuldig zu gelten, bis seine Schuld bewiesen ist.

Trotzdem sieht es so aus, als ob sich das Klinikum Oldenburg im Prozess gegen den Krankenhausmörder Niels Högel zwar rechtens verhält, aber nicht richtig.

Es gibt deutliche Anzeichen dafür, dass die Klinikum-Spitze in den Jahren 2001/02 folgenschwere Fehlentscheidungen getroffen hat, allein um den Ruf des Hauses zu schützen. Der Chef der Soko „Kardio“ hat es deutlich gesagt: Hätte das Klinikum damals im Fall Högel die Behörden eingeschaltet, wären Morde verhindert worden.

Diese Fehler darf man der aktuellen Geschäftsführung nicht vorwerfen. Doch jetzt gibt es Anzeichen dafür, dass Klinikum-Mitarbeiter ihr Wissen zurückhalten – mindestens aber, dass versucht wird, mit Anwaltshilfe die Kontrolle über das zu behalten, was Mitarbeiter öffentlich aussagen.

Die Taten Högels sind allein dem Täter anzulasten, nicht den Kliniken, nicht den Umständen, nicht der Gesellschaft. Wir kennen aber auch das Einstein-Zitat: „Die Welt wird nicht bedroht von den Menschen, die böse sind, sondern von denen, die das Böse zulassen.“ Es wird höchste Zeit, dass die Vorgänge rund um Niels Högel lückenlos aufgearbeitet werden, damit wir daraus lernen können. Es sieht aber so aus, als müssten wir vorher unsere Werte neu sortieren: Nicht das Ansehen einer Institution darf maßgeblich sein, nicht wirtschaftliche Interessen, sondern allein der Mensch.

Karsten Krogmann Redakteur / Reportage-Redaktion
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