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NWZonline.de Nachrichten Politik Meinung

Schuss vor den Bug

15.01.2020

Oldenburg Das Bundesverteidigungsministerium vergibt den größten Marine-Auftrag seiner Geschichte ins Ausland. Die niederländische Damen-Gruppe führt nun jenes Konsortium, das für mehr als fünf Milliarden Euro vier Mehrzweck-Kampfschiffe („MKS 180“) liefern soll. Diese Rekord-Auftragsvergabe wird heftig diskutiert. Und das ist gut so.

Man muss sich ja fragen: Gibt es weltweit wohl ein zweites Land mit (noch) führender Marinetechnik, das einen solchen Auftrag nicht an die eigene Industrie vergeben würde? Für Deutschland ist es neu – und es sieht blauäugig aus.

Klar, im Hinblick auf das Zusammenrücken Europas in der Militärtechnik ist das Projekt mustergültig. Zugleich gräbt die Bundesregierung der hierzulande verbliebenen Technologie aber ihr Wasser ab. Der Export in Drittländer (außerhalb der Nato) ist ja bereits - politisch bedingt - extrem schwierig geworden. Im somit eingeschränkten Markt, der Größenvorteile der Produktion kaum ermöglicht, zählen die Budgets der eigenen Regierung um so mehr. Fließen zentrale Arbeitspakete wie die Konstruktion ins Ausland, ist hierzulande bald die noch intakte Produktionskette gefährdet: mangels Masse.

Nun kann es sich bei der „MKS 180“-Vergabe um einen Einzelfall handeln. Vielleicht dachten sich Zirkel im oft gescholtenen Verteidigungsministerium: Die Werften brauchen mal einen Schuss vor den Bug. Tatsächlich gab es bei neuen Korvetten und Fregatten ja Pannen über Pannen. Die Chance ist groß, dass nun aus dem Kooperationsprojekt von Damen (Niederlande) mit Lürssen (Bremen) ein gutes Produkt, tatsächlich gleich einsatzbereit, entsteht. Das wäre doch mal was!

Ob Berlin aber an Kernkompetenzen der Militärtechnik hierzulande langfristig weiter interessiert ist, wird sich schon bald erneut zeigen: In Kürze muss über einen Nachfolger für die betagten Tornado-Kampfjets entschieden werden, die meist schon viel älter sind als ihre Piloten. Wird kein Airbus-Angebot (also mehr Eurofighter statt amerikanische Konkurrenz) sowie kein deutsch-französisches Konzept für die weitere Luftwaffen-Zukunft (statt eines ausländischen „Schwarm“-Modells) bestellt, dann sind die Entwicklungs- und Produktionskapazitäten für Militärjets in Deutschland sofort akut gefährdet, wahrscheinlich für immer.

Besser ist aber, wir behalten diese Industrien.

Rüdiger zu Klampen Redaktionsleitung / Wirtschaftsredaktion
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