Oldenburg - Edlich – dürften nicht wenige denken: Die EWE zieht einen Schlussstrich unter ihr Türkei-Geschäft. Doch so richtig dieser Schritt ist, so kommt er doch zu spät. Auch wenn die Oldenburger jetzt offenließen, wie viel ihnen der Verkauf einbrachte, so dürfte unterm Strich doch ein dickes Minusgeschäft unter dem Türkei-Abenteuer stehen.
Dabei war der Einstieg 2007 nicht per se falsch. Der türkische Markt versprach gute Wachstumschancen, EWE gewann rasch Hunderttausende Kunden und erwarb sich dort einen guten Ruf.
Was EWE allerdings unterschätzte, war, dass in einem Land wie der Türkei nicht nur die Chancen besonders hoch sind, sondern auch die Risiken. Dazu gehören wirtschaftliche, wie der drastische Wertverlust der türkischen Lira, aber auch politische, wie das hierzulande auf heftigste Kritik gestoßene Vorgehen der Erdogan-Regierung gegen Andersdenkende und die Beschneidung von Freiheitsrechten.
Notiz am Rande: Mit dem aserbaidschanischen Ölriesen Socar hat nun ein Konzern aus einem Land den Zuschlag erhalten, in dem Letzteres keine große Rolle spielen dürfte
