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NWZonline.de Nachrichten Politik Meinung

Ein überfälliger Schritt

20.06.2018

Oldenburg Der Arzt hat die Polizei oder die Staatsanwaltschaft unverzüglich zu benachrichtigen, wenn Anhaltspunkte dafür vorhanden sind, dass der Tod durch eine Selbsttötung, einen Unfall oder ein Einwirken Dritter ausgelöst wurde und wenn Anhaltspunkte dafür vorhanden sind, dass der Tod durch eine ärztliche oder pflegerische Fehlbehandlung verursacht wurde.

Das vom Landtag verabschiedete verschärfte Bestattungsgesetz lässt Morde, wie sie der Ex-Pfleger Niels Högel in Oldenburg und Delmenhorst massenweise verübt hat, nicht mehr zu – hoffentlich. Das klare Signal für mehr Patientenschutz war überfällig und die Frage darf erlaubt sein, warum es diese Schutzmechanismen nicht längst gab. Dann wäre einer wie Högel deutlich früher aufgeflogen und hätte nicht jahrelang unentdeckt in Kliniken morden können.

Weiterhin darf in Niedersachsen die Urne mit der Asche Verstorbener nur auf einem Friedhof beigesetzt oder auf Wunsch der verstorbenen Person von einem Schiff aus im Küstengewässer verstreut werden. Andere Länder sind da längst weiter und reagieren auf unterschiedliche Wünsche bei der Bestattungskultur – etwa mit der Möglichkeit, Urnen auch mit nach Hause nehmen zu dürfen. Hier hat Niedersachsen noch Nachholbedarf.

Lars Laue Korrespondent / Redaktion Hannover
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