Oldenburg - Aktien sind Risiko-Papiere, und die Jahres-Bilanz kann bekanntlich sehr unterschiedlich ausfallen. Diese Erfahrung hat schon jeder gemacht, der Aktien über längere Zeit hält. Nun werden viele bei einem Depot-Check zum Jahreswechsel feststellen: 2021 war erstaunlich gut: Der deutsche Börsen-Leitindex Dax – er bildet den Aktienkurs von 40 großen deutschen Unternehmen ab – hat fast 16 Prozent zugelegt. In vielen Ländern sieht es ähnlich oder noch besser aus.

Wie konnte das angehen, angesichts der andauernden Pandemie? Ganz einfach: Es war viel Geld vorhanden, das letztlich bei den Aktien ankam. Da sind einerseits die riesigen Corona-Konjunkturprogramme zahlreicher Staaten. Sie feuerten die Nachfrage in der Pandemie, von der eigentlich eine Wirtschaftsschwäche erwartet wurde, massiv an. Das füllte viele Auftragsbücher. Manche Börsenfirma nutzte im hektischen Nachfrage-Boom zudem ihre Chancen, die Preise anzuheben.

Und: Ebenfalls wegen Corona und Sorgen um die Konjunktur hielten die Notenbanken die Zinsen extrem niedrig. Das heißt: Eine Anlage in Zins-Papieren blieb unattraktiv. Mit Zins-Anlagen (Sparbuch, Bundesanleihe usw.) verlor man angesichts einer Teuerungsrate von zuletzt über fünf Prozent Geld. Mit Aktien dagegen konnte man der Inflation 2021 ein Schnippchen schlagen. Sie wurden noch attraktiver. Viele kauften Firmen-Anteile sogar auf (sehr billigen) Kredit.

So gibt es eben in jedem Jahr spezielle Gründe für das Auf und Ab an der Börse. Der langfristige Trend stimmt. Wer über einen Sparplan mit niedrigen Gebühren (etwa über ETFs, die einen beliebigen Index komplett abbilden) am Markt beteiligt ist, hat grundsätzlich die Chance, sein Geld zu vermehren.

Eine Garantie gibt es freilich nicht. Ganz klar: Es kann auch mal kräftig bergab gehen. Aber immer mehr Menschen weltweit merken, dass sie für Ihre künftige Absicherung auch auf systematische Kapitalanlage setzen sollten. Auch in Deutschland steigt die Zahl der Aktionäre. Immer mehr junge Leute sind dabei. Das ist doch sehr erfreulich! Sie schauen auch auf Megatrends der Zukunft, die ihr eigenes Leben prägen werden, und sie beziehen mutig neue Märkte rund um „Krypto“, „Blockchain“ oder die virtuelle Welt „Metaverse“ mit ein.

Allein schon die weltweit ständig steigende Zahl der Fonds-sparpläne, deren Einzahlungen Monat für Monat nach Anlagen suchen, ist ein gutes Fundament für die langfristige weitere Entwicklung. Dabei kommt es wie immer auf eine gute Streuung der Einsätze an. Denn sogar im flotten Dax gibt es lahme Enten, mit denen kein Blumentopf zu gewinnen ist.

Rüdiger zu Klampen
Rüdiger zu Klampen Wirtschaftsredaktion (Ltg.)