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NWZonline.de Nachrichten Politik Meinung

Ein Ja! zum digitalen Vermächtnis

13.07.2018

Oldenburg Es mutet mindestens seltsam an, wenn ausgerechnet der Internet-Gigant Facebook vor Gericht plötzlich mit dem Datenschutz argumentiert. Doch in dem jetzt vor dem Bundesgerichtshof verhandelten Fall ist diese Argumentation an sich richtig: Wer ein Profil bei einem sozialen Online-Netzwerk anlegt, muss sicher sein können, dass die Daten geheim bleiben, wenn er oder sie es wünschen – auch über den Tod hinaus, auch gegenüber Familienangehörigen.

Lesen Sie auch: Eltern erben Facebook-Konto der toten Tochter

Doch deren Anliegen kann selbstverständlich auch berechtigt sein. Im Fall des 15-jährigen Mädchens, das von einer U-Bahn überrollt wurde, suchen die Eltern nach Gründen, wollen Fragen nach einem möglichen Suizid beantwortet haben – und hoffen, diese Antworten im Chatverlauf der Tochter zu finden. Sie sind die Erben, sie haben das Passwort – aber Facebook sperrt den Zugang.

In der Frage, ob der Datenschutz oder das Erbrecht höher zu bewerten ist, stellt sich der BGH nun eindeutig auf die Seite der Erben. Und damit ist endlich juristische Klarheit erreicht – die bitter nötig ist. In einer mehr und mehr digital werdenden Welt darf es keinen Grund mehr geben, das Vererben einer Chatnachricht anders zu behandeln als das eines Briefs oder Tagebuchs – und die dürften Erben nach dem Tod des Empfängers auch lesen. Wer das nicht will, muss seinen Nachlass klar regeln. (Digitaler Wille: Ratschläge für den Daten-Nachlass) Und das gilt im Analogen wie im Digitalen.

Christian Schwarz
Redakteur
Online-Redaktion
Tel:
0441 9988 2160

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