Oldenburg - Wenn man es freundlich formulieren möchte, könnte man sagen: Es läuft nicht gut für Armin Laschet. In Wahrheit ist die Lage für den Aachener jedoch viel schlimmer: nämlich desaströs.

Was der CDU-Chef auch sagt oder tut, hinterher werden seine Vorschläge zerredet oder zerrissen. Keiner mag dem NRW-Ministerpräsidenten folgen, wie sein jüngster Plan eines Brücken-Lockdowns bewiesen hat. Laschet ist eben kein wortgewaltiger Anführer, sondern ein Inte­grierer. Innerparteilich mag ihm diese Fähigkeit helfen, die Flügel der CDU zusammenzuhalten. Doch in Zeiten von Corona ist das weniger gefragt. Viele Menschen wünschen sich einen Mann oder eine Frau an der Spitze, der oder die klare Ansagen macht.

Und genau deshalb sehen laut Umfragen viele in Markus Söder den geeigneteren Kanzlerkandidaten der Union. Der bayerische Regierungschef macht nicht unbedingt die bessere Corona-Politik, kann sich aber als jemand verkaufen, der Klartext redet. Auch wenn der Gegenwind schärfer wird, weicht er von seiner Vorsicht-Strategie grundsätzlich nicht ab.

Das Problem für Söder: Er ist auf das Wohlwollen der CDU angewiesen. Nur wenn sie ihn ruft, wird er Kanzlerkandidat der Union werden können. Sollte es dazu kommen, dürfte es erneut Debatten über den CDU-Vorsitzenden Laschet geben. Wenn jemand nicht Kanzler kann, kann er auch die CDU nicht führen, werden dann nicht wenige argumentieren. Da ist durchaus etwas dran.

Hermann Gröblinghoff
Hermann Gröblinghoff Politikredaktion (Newsdeskmanager)