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NWZonline.de Nachrichten Politik Meinung

Eine Frau mit starken Nerven

10.11.2018

Oldenburg Hat Annegret Kramp-Karrenbauer schon gleich zu Beginn einen Fehler gemacht oder war es Taktik? Als Bundeskanzlerin Angela Merkel ankündigt, im Dezember nicht wieder für den Parteivorsitz kandidieren zu wollen, überlässt die Saarländerin erst einmal ihren Kontrahenten das Feld. Friedrich Merz meldet sich mit viel Tamtam auf der Bundespressekonferenz aus seiner zehnjährigen politischen Abstinenz zurück. Jens Spahn veröffentlicht einen Imagefilm. Eine Woche lang wird nur über die beiden Männer geredet.

Autorin dieses Textes ist Tatiana Gropius. Sie wird von der NWZ zur Redakteurin ausgebildet. (Foto: privat)

Kramp-Karrenbauer hat so viel Show nicht nötig. Denn im Gegensatz zu Merz und Spahn hat sie schon bewiesen, dass sie Wahlen gewinnen kann und für ihre Partei kämpft. Die Frau hat Nerven. 2017 geht Annegret Kramp-Karrenbauer, damals noch Ministerpräsidentin des Saarlands, aufs volle Risiko. Dort stehen Landtagswahlen an, ganz Deutschland redet über den gehypten SPD-Kanzlerkandidaten Martin Schulz. Über eine baldige Ablösung von Schwarz/Gelb durch Rot/Rot/Grün wird spekuliert. Kramp-Karrenbauer verkündet im Falle einer Wahlniederlage, sich aus der Politik zurückzuziehen. Doch die 56-Jährige wagt und gewinnt. Unter ihrer Führung holt die CDU mehr als 40 Prozent und sie bleibt Ministerpräsidentin. Seitdem wird Kramp-Karrenbauer als mögliche Merkel-Nachfolgerin gehandelt. Die Kanzlerin und Kramp-Karrenbauer schätzen sich.

Doch genau diese Nähe könnte für die Generalsekretärin im Rennen um den CDU-Vorsitz zum Problem werden. Denn Kritiker sehen in Kramp-Karrenbauer nicht mehr als einen Merkel-Abklatsch. Als sich die Saarländerin auf einer Pressekonferenz Mitte der Woche zu ihrer Kandidatur äußert, muss sie sich vor allem von der Bundeskanzlerin abgrenzen. Das gelingt ihr nur zum Teil. Charismatisch ist sie genauso wie Angela Merkel – nämlich gar nicht. Zu Beginn spricht Kramp-Karrenbauer über Merkel und ihre Verdienste. Sie selbst möchte eine neue Diskussionskultur etablieren und mehr zuhören. Dies habe sie auf ihrer Zuhör-Tour als Generalsekretärin gelernt.

In den Umfragen hat Friedrich Merz die Nase vorn. Allerdings hat Kramp-Karrenbauer etwas, das Merz nicht hat: Glaubwürdigkeit. „Wir müssen deutlich machen, dass diese Partei eine große Volkspartei der Mitte ist und auch bleibt“, sagte Merz unter anderem auf seiner viel beachteten Pressekonferenz. Eine interessante Aussage, wenn man bedenkt, dass der Kandidat für den Parteivorsitz genau dies nicht repräsentiert.

Merz ist kein Mann der Mitte. Im letzten Jahrzehnt arbeitete der 62-Jährige unter anderem für die US-amerikanische Fondsgesellschaft Blackrock. Das Unternehmen verwaltet Geldbeträge in Höhe von über sechs Billionen US-Dollar. Durch seine vielen anderen Tätigkeiten in der Privatwirtschaft hat März sehr viel Geld verdient. Das sei ihm auch gegönnt. Einerseits ist er gut vernetzt, andererseits sind hier Interessenskonflikte programmiert. Eine gesunde Distanz zur Wirtschaft sieht anders aus.

Jens Spahn, mit 38 Jahren der jüngste Anwärter auf den CDU-Vorsitz, hat außer guten Ideen wie dem Vorschlag einer Widerspruchslösung bei der Organspende noch nicht viel geliefert.

„Wir brauchen jetzt vor allem eine Persönlichkeit an der Spitze der Bundespartei, die es schafft zu integrieren. Es muss uns gelingen, all unsere Flügel wieder richtig zum Schlagen zu bringen“, sagte Saarlands Ministerpräsident Tobias Hans, als die CDU Saar Kramp-Karrenbauer einstimmig als Kandidatin für den Parteivorsitz nominierte.

Kramp-Karrenbauer ist dafür genau die richtige, denn sie kann mit ihrer langjährigen Regierungserfahrung punkten. Sie weiß, was es heißt, zu vermitteln und zu führen. Daher kann sie am ehesten einschätzen, welche Arbeit auf sie als mögliche CDU-Vorsitzende zukommt.

Tatiana Gropius
Volontärin, 3. Ausbildungsjahr
NWZ-Redaktion
Tel:
0441 9988 2003

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