Oldenburg - Die Stadt – das ist seit Jahrhunderten ein Ort zentraler Dienstleistungen. Dazu gehört der Handel, den es im Umland so nicht gibt. Doch diese Basis-Funktion der Stadt ist nun gefährdet. Auch ich habe in der Pandemie gemerkt: Es ging auch ohne Stadt. Aber nur vorübergehend. Man vermisst etwas, das zur Lebensqualität dazugehört.

Was mag das konkret sein? Klar ist: Es wird nicht einfach, i wieder die alten Besucherfrequenzen zu erreichen, also „die City“ zu retten. Mal sehen, wie weit die Kreativität reicht.

Letztlich muss es begehrenswert werden, Zeit in der Stadt zu verbringen. Dazu gehört ein neuer Mix an Attraktionen, auch mit Innovationen zum Staunen und Ausprobieren, weitere Freizeitangebote, vielfältige Gastronomie, aber auch wieder mehr Werkstätten und Handwerker. Auch eine geniale Idee: Bildung in der Innenstadt neu etablieren! (Vorbild: die Oldenburger Musikschule zog an den Markt). Das bringt automatisch viele Menschen in die Innenstadt. Das strahlt auf weitere Bereiche, Handel und Gastronomie etwa, aus.

Ich vermute: Die Kommunen müssen mehr selbst aktiv werden, statt alles dem freien Lauf zu überlassen. Wie wäre es mit einem Vorkaufsrecht der Stadt für alle zum Verkauf stehenden Immobilien? Das würde über moderate Mieten und gezielte Konzepte neue attraktive Nutzungen ermöglichen.

Rüdiger zu Klampen
Rüdiger zu Klampen Wirtschaftsredaktion (Ltg.)