Ferdinand Piëch überlässt nichts dem Zufall. Der VW-Aufsichtsratschef plant strategische Entscheidungen stets viele Schritte voraus. Am Freitag hat er seinem langjährigen Vertrauten, Konzernchef Martin Winterkorn, mit nur einem Satz das Vertrauen entzogen. Am Dienstag gab das Unternehmen bekannt, dass der Absatz der Marke Volkswagen seit sechs Monaten in Folge rückläufig ist.
Man darf unterstellen, dass das kein Zufall ist, sondern Kalkül. Denn die Verantwortung für die Kernmarke trägt der Vorstandsvorsitzende höchstpersönlich. Und als Chefaufseher kennt Piëch die Zahlen und den Zeitpunkt der Veröffentlichung seit Langem. Die Botschaft ist klar: Winterkorn ist schuld, Winterkorn kann es nicht.
Bis zur Hauptversammlung am 5. Mai sind es nur noch knapp drei Wochen. Das setzt den Aufsichtsrat unter Druck, eine schnelle Entscheidung zu fällen. Es wäre kein Zufall, wenn bis dahin weitere Argumente auftauchen, die für eine Ablösung Winterkorns sprechen.
