Auf den Tag genau heute vor drei Jahren hatte Angela Merkel in der Euphorie der Willkommenskultur alle Warnungen und Zweifel an der Bewältigung der Aufnahme von Hunderttausenden von Flüchtlingen mit drei Worten wegwischen wollen. Den Satz „Wir schaffen das!“ hat die Kanzlerin inzwischen aus ihrem Rede-Repertoire verbannt. Nicht erst seit den Ausschreitungen von Chemnitz wird deutlich, dass sich viele Menschen mit ihren Ängsten und Sorgen allein gelassen fühlen, längst nicht den Eindruck haben, dass sie und ihre Probleme von der Politik ernst genommen werden.
Vor acht Jahren gelang dem SPD-Querkopf und Islamkritiker Thilo Sarrazin mit seinem Buch „Deutschland schafft sich ab“ ein Mega-Bestseller, der von höchster politischer Stelle in Bausch und Bogen verdammt wurde. Jetzt legt Sarrazin mit seinen Warnungen vor dem Islam nach, und man muss kein Prophet sein, um vorauszusagen, dass diese Mischung aus Polemik, Provokation und Halbwissen auch wieder auf großes Interesse stoßen wird. Sein neues Werk „Feindliche Übernahme“ ist eine plumpe Anklage des Islam und stellt Muslime unter Generalverdacht. Die Vision einer islamischen Republik Deutschland in naher Zukunft ist ebenso Panikmache wie weite Teile seines Buches. Dennoch: Man muss sich jetzt inhaltlich mit Sarrazin und seinen steilen Thesen auseinandersetzen.
