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NWZonline.de Nachrichten Politik Meinung

Muss ein Plastikverbot her?

29.05.2018

Gröblinghoff: Richtige Initiative

Hermann Gröblinghoff

Die Kritiker werden mit ihren Gegenargumenten nicht lange auf sich warten lassen: Jetzt mischen die sich in Brüssel schon wieder in unser Leben ein. Und wollen uns auch noch unsere geliebten Strohhalme und das Plastikgeschirr verbieten. Ich sage: Richtig so! Und zwar aus folgenden Gründen.

Laut einer Studie der EU-Kommission besteht 85 Prozent des gesamten Mülls in den Meeren weltweit aus Plastik. Dieser liegt dort für lange Zeit und kann biologisch kaum abgebaut werden. Ein kaum zu beziffernder Schaden für die Umwelt.

Natürlich werden auch viele anmerken, das Verbot sei nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Ein Großteil des Plastikmülls falle schließlich nicht innerhalb der EU an, sondern in Staaten mit wesentlich mehr Einwohnern. Das stimmt. Allerdings kann Europa hier vorangehen und deutlich machen, dass es auch ohne Plastik geht.

Sicherlich bedeutet es immer auch eine Umstellung, auf Nettigkeiten und Gewohnheiten zu verzichten. Wenn es allerdings den sogenannten Strohhalm auf Kindergeburtstagen nicht mehr geben sollte, bricht keine Welt zusammen.

Im Gegensatz dazu würde unsere Erde in einen immer schlechteren Zustand verfallen, wenn wir alles so weiterlaufen lassen wie bisher. Ein Plastikverbot allein wird die Welt zwar nicht retten. Die Aktion kann aber ein Anstoß sein, darüber nachzudenken, wie wir künftig leben wollen.

Will: Nutzlose Symbolpolitik

Alexander Will

Die Plastikmüll-Nummer der Euro-Bürokraten ist vor allem eines: völlig nutzlos. Der Brüsseler Obrigkeit bringt sie jedoch trotzdem einen Effekt.

Da gruselt sich etwa ausgerechnet Haushalts(!)kommissar Günther Oettinger vor Plastikmüll. Der verpestete die Weltmeere und unser Essen. Nun fliegen in den meisten Teilen Europas Kunststoffabfälle schon lange nicht mehr einfach so in die Gegend. Wiederverwertung ist Trumpf, ansonsten saubere Verbrennung. Mit der (realen) Verseuchung der Weltmeere hat Plastikmüll europäischer Verbraucher jedenfalls so gut wie nichts zu tun.

Die Brüsseler Symbolpolitiker hätten gut daran getan, sich mit den Hydrologen des Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung in Leipzig zusammenzusetzen. Die haben eine Studie veröffentlicht, die im Detail zeigt, woher eigentlich der Kunststoffmüll in den Weltmeeren kommt: aus den großen Flüssen. 53 haben sie untersucht. 93 Prozent des Mülls kamen danach aus nur zehn Flüssen – acht in Asien und zwei in Afrika. Genau dort – das machten auch die Leipziger deutlich – muss Abfallverwertung professionalisiert werden.

Heute können die Europäer noch so viele Ohrenstäbchen verbieten – die Ozeane werden weiter vermüllt. Oettinger dürfte es mehr um die geplante Plastiksteuer gehen, die sein EU-Budget polstern soll. Die Kommission insgesamt macht ihrem Ruf als gängelndes Monstrum alle Ehre.

Hermann Gröblinghoff Newsdeskmanager / Politikredaktion
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