Wer heute während des Berufsverkehrs in die Innenstadt fahren muss, braucht einen langen Geduldsfaden. Stockender Verkehr ist das mindeste, lange Staus sind keine Seltenheit. Viel Zeit geht so für die Betroffenen verloren. Eine Antwort, wie das Ganze in Zukunft entschärft werden kann, haben weder Politiker noch Verkehrsexperten. Deshalb muss man über jeden Vorschlag wohlwollend nachdenken, der einen Verkehrsinfarkt verhindern kann.

Genau das gilt auch für den E-Tretroller. Natürlich birgt dessen Nutzung auf Radwegen zahlreiche Gefahren, allerdings könnte der Nutzen überwiegen, wenn verantwortungsvoll damit umgegangen wird. Arbeitnehmer etwa hätten die Möglichkeit, einen Großteil des Weges mit öffentlichen Verkehrsmitteln zurückzulegen, um dann die Fahrt durch die Innenstadt mit dem E-Tretroller fortzusetzen. Denn durch die Erlaubnis, die Gefährte in Bussen und Bahnen mitnehmen zu dürfen, entsteht eine völlig neue mobile Flexibilität.

Ein gelungenes Beispiel für innovative Ideen bieten etwa die Pedelecs. Menschen, die bisher auch für Kurzstrecken das Auto genutzt haben, fahren nun mit einem Elektrofahrrad durch die Gegend. Wie zahlreiche Unfallstatistiken zeigen, gibt es natürlich auch hier Gefahren, wegzudenken sind die Pedelecs aus dem Alltag jedoch nicht mehr. Im Gegenteil: Viele Menschen sind so auf den Geschmack gekommen, das Auto stehenzulassen.

Einhergehen muss mit der Einführung der E-Tretroller auf jeden Fall eine verschärfte Kontrolle durch die Polizei. Bei grob verkehrswidrigem Verhalten muss es Sanktionen geben, die nicht zu gering sein dürfen. Und sollte es sich nach einer Testphase erweisen, dass E-Tretroller doch zu gefährlich sind, könnte man umgehend reagieren. Möglichkeiten gäbe es: geringere Geschwindigkeiten, Helmpflicht, Fahrerlaubnis nur auf Radwegen, Nutzung erst ab einem gewissen Alter. Also erst mal abwarten!

Hermann Gröblinghoff
Hermann Gröblinghoff Politikredaktion (Newsdeskmanager)