Wie praktisch: Da macht man nichts anderes, als das Handy einzustecken und schon zeichnet eine App jeden Schritt auf und errechnet nebenbei den Kalorien-Verbrauch. Abends analysiert man dann anhand der Daten, dass man sich zu wenig bewegt hat. Da in einer anderen App auch noch die Essgewohnheiten dokumentiert werden, wird fix klar: So wird das nichts mit der Bikinifigur.
Fitness- und Medizin Apps können zuweilen praktische kleine Helferlein sein. Ihre Nutzung hat aber eine Kehrseite: Für die Programme wird man zum gläsernen Nutzer. Was esse ich? Unter welcher Krankheit leide ich und welche Tabletten nehme ich deswegen? Dinge, die man sonst nur seinem Arzt mitteilt, werden an Datenriesen weitergegeben. Hinzu kommt eine gefährliche Ungenauigkeit, wenn es um Diagnosen, wie zum Beispiel Hautkrebs geht.
Ein weiteres Problem ist der ständige Selbstoptimierungszwang: Schon ein einfacher Sonntag auf dem Sofa ruiniert die Gesamtbilanz – denn Algorithmen kennen im Gegensatz zu Ärzten keine Nachsicht.
