Mehr Zeit für die Kinder und womöglich auch für die Pflege der Eltern, dafür weniger arbeiten und für zwei Jahre eine staatliche Prämie gezahlt bekommen: Auf den ersten Blick wirkt das SPD-Modell einer Familienarbeitszeit verlockend.

Der Druck auf die Familien ist in den vergangenen Jahren eher gewachsen als gesunken. Die SPD will dagegen an regulieren, setzt auf einen starken Staat, der neue Rechtsansprüche durchsetzt, und schießt dabei übers Ziel hinaus. Aus dem Arbeitgeberlager kommt die Kritik, dass weitere Arbeitszeit-Auflagen die Planungsspielräume der Unternehmen über Gebühr einschränken könnten. Tatsächlich würden gerade Klein- und Kleinstbetriebe vor massive Probleme gestellt, wenn ihre Beschäftigten plötzlich die Arbeitszeit reduzieren. Dass Familien mehr Freiräume brauchen und eine stärkere Würdigung dessen, was sie leisten, ist selbstverständlich. Über die Instrumente lässt sich aber streiten. Der Staat sollte sich aus privaten Entscheidungen soweit wie möglich heraushalten und aufhören, bestimmte Familienmodelle finanziell zu fördern.