Wer geglaubt hatte, nach der Abspaltung der Krim seien die Fronten im Ukraine-Konflikt geklärt, hat sich getäuscht. Die Lunte brennt weiter, jetzt im russischsprachigen Osten des Landes. Die neue prowestliche Zentralregierung in Kiew, die vor Kurzem noch auf den Barrikaden stand, muss nun selbst gegen Demonstranten vorgehen. Russland spielt mit dem Feuer, der Westen kann dem wenig entgegensetzen.
Nun sind Realpolitik und geschickte Diplomatie gefragt. Angesichts seiner begrenzten Optionen sollte der Westen Schadensbegrenzung betreiben. Die Ukraine bleibt ein tief gespaltenes Land; die Gefahr eines Bürgerkriegs ist nicht gebannt. Dazu kommen massive wirtschaftliche Probleme.
Ohne Zweifel muss Russland zur Räson gebracht werden. Damit es mitten in Europa keinen Flächenbrand gibt, ist eine schnelle Stabilisierung der Ukraine in ihren jetzigen Grenzen aber wichtiger. Und dieses Ziel kann die EU nur gemeinsam mit Russland erreichen.
