Lange hat sich Barack Obama gesträubt, seine Soldaten erneut in eine militärische Auseinandersetzung zu verwickeln. Doch jetzt ist er mittendrin im Kampf gegen die IS-Terrormiliz. Die Probleme werden dadurch kaum geringer.
An erster Stelle steht die Sorge des US-Präsidenten, erneut Bodentruppen in den Kampf schicken zu müssen. Genau das sollte unter seiner Regentschaft nie wieder geschehen. Mittlerweile glauben jedoch viele, dass ein Sieg gegen den Islamischen Staat nur im Kampf Mann gegen Mann möglich sein wird. Kopfzerbrechen bereiten dem Weißen Haus auch die Kosten. Militäreinsätze sind immens teuer. Für dringend notwendige Investitionen in die heimische Infrastruktur fehlt dann das Geld.
Rettung könnte ausgerechnet die Türkei bringen. Lange hat sich Ankara gewehrt, dem Bündnis gegen den IS beizutreten. Doch jetzt scheint Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan seine Meinung geändert zu haben. Ein Einsatz in Syrien wird nicht mehr ausgeschlossen – inklusive Bodentruppen.
Bleibt die Frage: Wieso gerade jetzt? Zum einen konnten vor Kurzem 49 Menschen aus dem türkischen Generalkonsulat in Mossul, die sich in den Händen der IS-Terroristen befanden, befreit werden. Dieses Druckmittel fällt somit weg. Zum anderen ächzt die Türkei unter der hohen Anzahl an Flüchtlingen. 1,5 Millionen Menschen aus Syrien sind bereits in die Türkei geflüchtet – Tendenz steigend. Offenbar will Erdogan dieser Entwicklung nicht mehr tatenlos zusehen.
