In der Diskussion um die Rente hat sich jetzt auch noch EU-Kommissar Günther Oettinger (CDU) gemeldet: Auch in Brüssel wird speziell die von der Großen Koalition geplante Möglichkeit zur abschlagfreien Rente mit 63 genau verfolgt. Schließlich passt das nicht zu den Mahnungen der Deutschen an andere Staaten, mit Strukturreformen (auch späterem Renteneintritt) langfristig ihre Staatsfinanzen in Ordnung zu bringen. In Brüssel gewinnt man den Eindruck: Deutschland wechselt die Richtung.
Das kann aber nur kurzfristig gelten. Denn eines ist schon jetzt sicher: Die Rentenpolitik wird in Deutschland ein Dauerthema bleiben. Das liegt ganz einfach daran, dass zur Rentenfinanzierung das Umlageverfahren gewählt wurde: Die gerade Erwerbstätigen zahlen für die Ruheständler. Das entsprechende Zahlenverhältnis wird absurd. Die Deutschen haben zu wenig Kinder in die Welt gesetzt. Das wird zu immer längeren Lebensarbeitszeiten und/oder weniger Rente führen. Die Frage ist nur, wann.
