Gewisse Debatten können hierzulande offenbar nur noch hysterisch geführt werden. Vor allem solche, in denen die Begriffe „Hartz IV“ und „Kontrolle“ vorkommen.
Die Arbeitsagentur hat ihre Mitarbeiter angewiesen, genauer hinzuschauen, wenn sich bei Beziehern von Arbeitslosenhilfe Krankmeldungen häufen. Kritisch nachzuhaken, wenn der Verdacht besteht, dass jemand auf Staatskosten blaumacht. Bemerkenswert ist weniger diese neue Maßgabe als vielmehr die öffentliche Reaktion darauf. Da ist von „Jagd auf Hartz-IV-Empfänger“ die Rede, von einer „Unkultur des Misstrauens“ und einer „Hetzkampagne“ gegen sozial Schwache. Geht es auch eine Nummer kleiner?
Wer Geld vom Staat bezieht, hat Pflichten, etwa Fortbildungen zu machen oder Vorstellungsgespräche zu führen. So wie ein Angestellter zur Arbeit erscheinen muss. Wer dabei täuscht und betrügt, muss mit Konsequenzen rechnen. Alle anderen nicht. Das ist nicht unfair, sondern sozial, weil es diejenigen schützt, die sich korrekt verhalten. Wo bitte ist hier der Skandal?
